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Rolf Jeck (1935–2026) – Ein Leben für die Fotografie

03.06.2026

Mit Rolf Jeck verliert Basel einen Fotografen, der über Jahrzehnte hinweg das Gesicht seiner Stadt dokumentierte und damit ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Fotografiegeschichte mitgeschrieben hat. Sein Werk steht für handwerkliche Präzision, journalistische Neugier und die Fähigkeit, Menschen und Ereignisse mit Respekt und Aufmerksamkeit festzuhalten.

Rolf Walter Jeck wurde am 7. Februar 1935 in Basel geboren. Als Sohn des Fotografen Lothar Jeck wuchs er in einer Familie auf, deren Name eng mit der Basler Fotografie verbunden ist. Nach seiner Ausbildung trat er in das Familienunternehmen ein und übernahm das Geschäft 1962 gemeinsam mit seiner Ehefrau Verena. Bis zum Jahr 2000 führte er das traditionsreiche Fotohaus weiter und prägte dessen Entwicklung während fast vier Jahrzehnten.

Als Porträt-, Sach- und Reportagefotograf hielt Rolf Jeck das gesellschaftliche Leben Basels in all seinen Facetten fest. Seine Bilder zeigen Menschen bei der Arbeit, in der Freizeit, an kulturellen Veranstaltungen, bei politischen Ereignissen und im Sport. Mit seinem feinen Gespür für den richtigen Augenblick schuf er Aufnahmen, die heute weit mehr sind als Fotografien: Sie sind historische Zeugnisse einer vergangenen Zeit.

Besondere Bedeutung kommt dem Fotoarchiv Jeck zu. Zusammen mit den Werken seines Vaters und weiterer Familienmitglieder entstand über mehr als acht Jahrzehnte einer der bedeutendsten fotografischen Bestände der Schweiz. Rund 400'000 Negative, Dias und Abzüge dokumentieren das Leben in Basel und der Schweiz vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Dank der Sicherung und Übergabe des Archivs an das Staatsarchiv Basel-Stadt bleibt dieses einzigartige kulturelle Erbe auch künftigen Generationen erhalten. 

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Rolf Jeck während vieler Jahre für die Anliegen des Fotografenberufs und setzte sich innerhalb der Berufsverbände für die Förderung der professionellen Fotografie ein. Sein Wirken fällt in die Zeit des Schweizerischen Photographen- Verbandes (SPHV) sowie des späteren Schweizerischen Berufsfotografen-Verbandes (SBF), aus dem der heutige Verband SIYU professionelle fotografie schweiz hervorgegangen ist. Für viele Berufskolleginnen und Berufskollegen war er ein geschätzter Ansprechpartner, der seine Erfahrung und sein Wissen grosszügig weitergab.

Mit Rolf Jeck verliert die Schweizer Fotografie einen engagierten Berufsfotografen, einen Chronisten seiner Zeit und einen Bewahrer fotografischer Tradition. Video
Sein Lebenswerk lebt in den unzähligen Bildern weiter, die er hinterlassen hat – Bilder, die nicht nur Erinnerungen bewahren, sondern Geschichte erzählen.

Wir werden Rolf Jeck als bescheidenen, kompetenten und leidenschaftlichen Fotografen in Erinnerung behalten. Sein Beitrag zur Basler Fotografie und zur schweizerischen Bildkultur wird Bestand haben.

Werner Indlekofer, SIYU Sektion Basel – Nordwestschweiz